Ein ehemaliges Pflegekind im Neuen Zuhause


Carlotta

Das Fell: schwarz wie die Nacht. Die Augen: Sternenglanz. Das Wesen: Liebe pur!

Der Umzug/die Eingewöhnung: Problemlos.

 

Wir (meine Frau und ich) haben sie von ihrer Pflegestelle abgeholt. Schon auf der Fahrt in ihr neues Zuhause hat

sie unaufhörlich geplappert und erzählt. Dann zuhause, kaum war sie aus ihrer Transportbox, hat sie das

Wohnzimmer -wo wir sie erstmal hinter geschlossener Türe ließen- aufs Genaueste inspiziert. Alles, aber auch

alles, wurde einer einprägenden Geruchsprobe unterzogen. War das erledigt, konnte sie es kaum erwarten, die

anderen Räume zu sehen. Die Küche, die Diele, ihre Speisekammer, unser Vorratsraum - und dazwischen immer

wieder sehen, ob im Wohnzimmer noch alles war wie “neulich”, wie sie es vor wenigen Minuten verlassen hatte.

Danach wurde die Katzentoilette von ihr “eingeweiht" und jetzt, da wieder Platz war, war auch Zeit wieder mal was

zu futtern.

Und dann? Ja, dann: dann haben wir Carlotta gesucht! Im Wohnzimmer war sie nicht. In der Küche nicht zu finden.

Im Vorratsraum: auch nicht. Haben wir sie vielleicht versehentlich in ihrer Speisekammer eingesperrt? Nein, da war

sie auch nicht.

Mist! Kätzchen verzottelt!

Nein, nicht verzottelt. Carlotta hatte sich in ihrem Drang, Neues zu sehen ohne einen Ton zu sagen, treppauf

gemacht und die obere Etage in Augenschein genommen. Dann weiter in den Dachraum, wo ihr Zweibeiner einen

kleinen Büroraum hat. Hier hat sie den Inhalt des Papierkorbs “gesichtet”, ob nicht etwas weggeworfen wurde, dass

eventuell noch mal gebraucht würde.

Und sie betrachtete alles um sich herum, und siehe: es war gut.

Der zweite Tag: Voll der mannigfaltigen neuen Eindrücke hat sie die Nacht bei uns im Schlafzimmer (besser: bei uns

im Bett - das sie sogleich als das ihre betrachtet hat) verbracht. Jede zweite Stunde hat sie sich erstmal vergewissert,

dass auch Futter für sie bereit stand und dann von uns, den neuen Katzeneltern, die ihr zustehenden

Streicheleinheiten eingefordert. Der zweite Tag war mit Fressen und Spielen vollgepackt.

Und wieder war alles gut, fand sie.

Der dritte Tag: Er begann mit einer (für uns) völlig neuen Situation: Carlotta weinte und hatte keinen Appetit.

Was auch immer wir ihr vorsetzten: es war nicht nach ihrem Schnäuzchen. Ein Besuch beim Tierarzt war schon ins

Auge gefasst, als doch noch etwas angeboten werden konnte, was ihr geschmeckt hat. Danach war sie wieder

die “Alte”. Toben, rennen, spielen... streicheln lassen, erzählen, fressen... die kleine Katzenwelt war wieder o.k.

Und jetzt das Besondere: ihre neue “Katzenmama” fand heraus, dass der Inhalt einer kleinen Futterportion in

einem Schälchen einfach zu groß für sie war. Eine Portion, aufgeteilt in zwei Schälchen, war genau die richtige

Größe. Jetzt konnten wir ihr alles servieren und alles wurde dankbar von ihr angenommen. Puuuh.

Das Leben ist schön - für Vierbeiner, wie für Zweibeiner.

 

Wir (die Katzenmama und ich, der Katzenpapa) freuen uns schon sehr auf die aufregende, spannende Zeit

mit Carlotta, die jetzt kommt. Es war gut und richtig eine kleine Tierseele von einer Pflegestelle des Tierheims

zu übernehmen. Fazit: Nichts falsch gemacht!